Gedankenschnipsel | Jahres(rück)vorblick


Wer hat an der Uhr gedreht... oder in meinem Fall, am Kalender...

Gibt's denn sowas? Schon wieder kurz vor Silvester. Jahresende 2015. Ich höre mich schon an wie meine Mutter - "Hach, an so nem Jahr ist nix mehr dran." Ich hätte nie gedacht, dass ich das mal sage, aber Recht hat sie.

Je älter man wird, desto eher hat man doch das Gefühl, die Zeit zerrinnt zwischen den Fingern und auch wenn so viel Zeit vergangen ist, hat man doch unglaublich wenig geschafft. Zumindest subjektiv gesehen...

Meine Laune ging im vergangenen Jahr mal hoch und wieder runter, und wieder ein Stückchen hoch und wieder ein ganzes Stück runter. Aber, es ging doch immer Schritt für Schritt vorwärts.Auch wenn ich ab und zu den Eindruck hatte in einer Achterbahn gefangen zu sein, die sich im Kreis bewegt.

Objektiv betrachtet hat sich aber im Vergleich zu anderen Jahren einiges getan. Von kleinen Entscheidungen, wie diesen Blog zu pausieren, bis hin zu größeren Entscheidungen, die zwar einiges an Energie kosten, aber absolut sinnvoll sind. Ich hatte die Möglichkeit in den letzten Monaten einen Anfang zu machen mich selbst kennenzulernen. Das klingt nun total esoterisch - ist es aber gar nicht. Ich habe nicht damit aufgehört meine Achseln zu rasieren und mich nicht wie ein Blumenmädchen gekleidet oder meine Wahrsagerin konsultiert. Nein, ich habe damit begonnen meine Vergangenheit zu betrachten (kann sporadisches Tagebuch-Schreiben nur wärmstens empfehlen) und das war die beste Entscheidung überhaupt. Stück für Stück kann ich Altes nun loslassen und Platz schaffen für Neues.

Geht es nicht auch an Silvester darum?

Das alte Jahr gehen zu lassen, mit all den Erfahrungen und vielleicht auch negativen Erlebnissen, um so dem neuen Jahr eine Chance zu geben positiv zu werden? Jahrelang hing ich in Gedanken der Vergangenheit nach. Kennt ihr das auch? Tendenziell male ich sie mir immer ein Stückchen schöner als sie tatsächlich war. Keine wirklich gute Idee, wenn ihr mich fragt. Das führt nur dazu, dass ich das, was ich habe nicht wahrnehme oder wirklich zu schätzen weiß (so wie meinen Professor M., ohne den in diesem Jahr vieles viel schwerer zu ertragen gewesen wäre. Danke!), weil ich ständig über verschüttete Milch klage. Und das will ich nun abstellen. Ab sofort wird verschütteter Milch nicht mehr hinterher getrauert. Sie ist nun mal verschüttet - so what? Es ist zwar gar nicht so leicht Vergangenes gehen zu lassen, aber ich glaube uns allen täte es gut, wenn wir in der lange wären verstärkt nach vorne zu schauen. Und zwar nicht deprimiert mit Ängsten, sondern mit positiven Gedanken, denn wer, wenn nicht wir können die Tage und Stunden im neuen Jahr gestalten?

In 2016 geht also meine Achterbahnfahrt weiter geradeaus - mit hoffentlich nicht mehr so vielen Tälern. Ich hab mir sagen lassen, dass es oben, auf den Hügeln auch ganz schön sein soll : )
Frische Luft und Sonnenschein und so...

Ich werde mich jobmäßig neu orientieren (ich weiß nicht, ob ich meinen alten Job an den Nagel hänge und nächstes Jahr den Schnitt vornehme, aber ich halte Augen und Ohren offen um Alternativen für mich zu finden, die mir langfristig eher entsprechen - neue Impulse sind herzlich willkommen), ich werde mir neue Hobbys anschauen (ich wollte schon immer mal Cocktail-Mixen lernen, oder Gebärdensprache, oder wieder Bogenschießen, oder Tanzen gehen, im Chor singen und endlich mal einen Nähkurs belegen, damit ich auch mal eine gerade Naht hinbekomme und vielleicht irgendwann mal eigene Kleidungsstücke nähen kann, die man auch tatsächlich in der Öffentlichkeit tragen kann, ohne dass sie auseinander fallen...) und ich werde meine Tarnkappe ad acta legen, die ich in den letzten Jahren so ausgiebig gepflegt habe. Bloß nicht auffallen war die Devise. Man könnte ja negativ auffallen. Seit kurzem habe ich aber Bock auf Auffallen - nicht unbedingt des Auffallen wegens, sondern des Ich-Seins wegen. So sein und kleiden können, wie man sich fühlt. Ganz ohne Tarnkappe. Und deshalb habe ich mir einen kleinen Traum erfüllt und mir trotz Moppel-Größe ein 50iger-Jahre-Kleid bestellt. Mit Polka-Dots und Petticoat kann das neue Jahr doch nur gut anfangen, oder?



Hach, so ein Jahresende ist doch immer mit sehr vielen Plänen verbunden. Wie viele davon tatsächlich in die Tat umgesetzt werden, wissen wir wohl erst in einem Jahr. Aber was wäre ein Jahreswechsel ohne den Blick zurück und den planerischen Blick nach vorne?

In dem Sinne wünsche ich euch für 2016 viele neue Ideen und Pläne, die euch in eurem Leben glücklicher und zufriedener machen!

Es grüßt,
die Mimi

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ABOUT THE AUTHOR

Wer ist Mimi, wenn sie nicht gerade Mimi ist? Ohne die Anonymität zu brechen, so viel sei gesagt, Mimi kommt ursprünglich aus der Werbebranche und beschäftigt sich nun schon seit vierzehn Jahren mit Gestaltung. Dabei kommt ihr meist Miss Perfect in die Quere, die gerne alles auf Anhieb optimal haben will, was - wenn wir mal realisitisch sind - selten der Fall ist. Fräulein Mimi gestaltet daher selbst nicht gerne, denn meist dauert es Ewigkeiten, bis Miss Perfect zufrieden gestellt ist. Dann startete Mimi diesen Blog, um einerseits zu lernen Miss Perfect unter Kontrolle zu halten und andererseits wieder Spaß am Gestalten zu bekommen. Die Schlacht geht weiter...

2 Kommentare:

  1. Liebe Mimi, ich hab gerade ein bisschen Gänsehaut bekommen beim Lesen. Ich kann in ganz vielen Punkten sooooooooooooooooooooo genau verstehen, was du meinst. Und ohne die genauen Zusammenhänge zu kennen, klopfe ich dir hiermit auf die Schultern und sage ganz aufrichtig: "Du machst das richtig!" Taste dich Schritt für Schritt ans Ich-Sein ran! Manche Schritte sind kleiner und fallen leichter. Andere kommen einem riesig und kaum bewältigbar vor. Aber sie alle führen dazu, dass du dich mit dir selbst im Reinen fühlst! Ich habe in den letzten Jahren auch immer wieder solche Schritte getan. Manchmal macht man leider auch mal wieder einen Schritt zurück oder wird von anderen Menschen so body-gecheckt, dass man wieder ein paar Meter nach hinten fällt. Aber wichtig ist, dass man sich aufrappelt und den Weg nicht aus den Augen verliert. Da muss es nicht mal ein konkretes Ziel/Ende geben, denn das verändert sich im Laufe des Lebens natürlich auch immer wieder ein bisschen, nur die Richtung ist wichtig!
    Ich wünsche dir für diesen Weg viel Kraft und Zuversicht und gute Menschen, die dich unterstützen. Und du inspirierst mich dazu, meinen eigenen Weg auch mal wieder auf den Prüfstand zu stellen. In letzter Zeit habe ich nämlich auch manchmal das Gefühl, an der gleichen Stelle hängengeblieben zu sein.
    Ganz liebe Grüße,
    Claudi

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    1. Huhu Claudi,

      vielen vielen Dank für deine lieben Worte! Das tut wirklich so gut :) Das mit dem zurück geworfen werden kenne ich aktuell sehr gut - wobei ich nicht mal sagen würde, dass ich von anderen body-gecheckt werde. Ich schmeiß mich grade gerne selbst zurück ^^ aber, der Frühling ist da, die Sonne scheint, und nun gibt's wieder nen neuen Anlauf :)

      Liebe Grüße,
      Mimi

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