DIY | Washi tape als günstiger, schneller und rückstandsloser Tapetenersatz


Tapezieren ist anstrengend, Streichen auch - vor allem in einer Mietwohnung. In meinem letzten Zuhause habe ich mit beiden Händen in den Farbtopf gegriffen und meinen drei Räumen sehr intensive Farbtöne verpasst: strahlendes Grasgrün, sehr dunkles Blau und einen pastelligen Blau-Flieder-Ton. Vor dem Auszug musste das Ganze (so leid es mir tat, weil mir die Farben unheimlich gefallen haben) natürlich überstrichen werden.
Warum? In Mietwohnungen dürfen höchstens zarte Farben, die jeder mögen könnte, sprich helles Gelb, Terracotta oder Wollweiß, bleiben - alles andere muss weg. Ich fand das am Anfang gar nicht so tragisch. Mir war ja klar, wenn ich in den Farbtopf falle, dass ich (das sind Professor M. und ich) beim Auszug wieder streichen müsste. War ganz schön mühselig. Ging zwar schneller als gedacht, aber irgendwie hatte ich danach nicht mehr wirklich Lust aufs Streichen. Daher war ich auch ziemlich zufrieden, dass unsere Vormieter die neue Wohnung noch einmal streichen mussten - in Weiß. Grundsätzlich passt das auch ganz gut zu meinem Einrichtungsstil. In den letzten Jahren habe ich mich weg entwickelt von meinem Studiums-Farbrausch. Knallig bunt musste es immer sein - und zwar überall. Mittlerweile mag ich es eher ruhiger, reduzierter. Aber auf die Dauer ist das auch sehr langweilig und kalt.

Also musste eine Lösung her. Eine Lösung die man nach belieben ohne viel Aufwand wieder rückgängig machen kann und die nicht viel kostet. Streichen und Tapezieren kam also aus oben genannten Gründen nicht in die Tüte. Was also tun?

Dank Pinterest habe ich in letzter Zeit ja genügend Inspiration und so bin ich auf den Artikel von Claire aus Singapur und ihren Blog fellow fellow aufmerksam geworden, wo Kreise aus Washi-Tape als Wanddekoration aufgeklebt wurden.

Das war DIE Lösung für mich. Washi Tape ist sowieso etwas das ich täglich benutzen könnte, also warum nicht ab damit an die Wand?

Was benötigt ihr für dieses einfache Projekt?
Washi Tape eurer Wahl (ich habe deckendes Tape genommen, damit man die Überlappungen der einzelnen Reihen nicht so stark sieht), Backpapier, Schere, Cutter, Bleistift und Zeit.





Zuerst überlegt euch in welcher Form ihr das Tape als Tapetenersatz an eure Wand bringen wollt. Im Zuge des Geometrie-Hypes und passend zu meiner frisch gestrichenen IKEA-Moppe-Schreibtischaufbewahrung, entscheide ich mich dazu gleichschenklige Dreiecke auf der Wand zu verteilen. Also wird zuerst eine Schablone angefertigt (im Nachhinein hätte ich die Dreiecke auch einfach mit dem Lineal direkt auf das Washi Tape aufzeichnen können, aber bei komplizierteren Muster ist so eine Schablone sicherlich hilfreich).







Danach geht es an die Fleißarbeit: Washi Tape in Bahnen auf Backpapier aufkleben. Achtet dabei darauf dass die einzelnen Bahnen ein gutes Stück überlappen (mindestens 2-3 mm), sonst habt ihr später beim Abziehen und Aufkleben Probleme weil euch die Form auseinander fällt (ein ähnliches Phänomen konnte ich bei meinem Washi-Tape-Planer-Umschlagsprojekt beobachten - nervig und überflüssig).





Wenn ihr das Backpapier fertig beklebt habt, geht es ans Übertragen des Musters. Danach einfach ausschneiden (mit dem Strich, nicht dagegen, sonst neigt das tape dazu auszufransen) und auf der Wand aufkleben. Fertig!




Ich hatte noch einige Abfallstücke übrig, die ich kurzerhand zu kleinen unregelmäßigen Dreiecken zuschnitt - hier kommt nichts weg. Ich habe schon länger eine Postkartenwand in meinem Büro hängen. Bisher waren die Fotos jeweils mit zwei Streifen abgerissenem tape festgeklebt. Erfüllte seinen Zweck, sah aber nicht so schön aus. Nun erstrahlt auch diese Wand in neuem Glanz (dank bronzefarbenem tape) und meine Schnittreste haben noch einem Zweck gedient. Nett, ne?
Ganz rechts könnt ihr übrigens das künstlerische Talent meines Neffen bewundern. Das erste Bild dass er mir vor etwa zwei Jahren gemalt hat - danach nie wieder, denn, oh Graus, er kann malen nicht ausstehen...




Mit der Wand über meinem Büro-Sofa bin ich noch nicht ganz zufrieden. Das mag auch daran liegen, dass das Sofa kissenmäßig noch nicht wirklich an das neue Farb-Wohn-Konzept angepasst ist (schleppe immer noch die IKEA Bambus-Kissen anno 2002 mit mir rum. Das Motiv gefällt mir zwar, aber farblich passen sie nicht mehr hier rein - leider auch nicht ins Wohnzimmer, d.h. sie werden für die nächste Zeit erst mal eingemottet, denn von ihnen trennen mag ich mich auch nicht).
Vielleicht liegt es auch daran, dass die Wand noch zu leer ist? Ich bin mir ehrlich nicht sicher, aber irgendwas fehlt mir noch. Vielleicht fällt mir demnächst was dazu ein und falls euch etwas dazu einfällt, könnt ihr mir gerne einen Tipp geben. Vielleicht mehr Farbe?
Eines mag ich jedoch sehr an der neuen Wandgestaltung. Das bronzefarbene Washi Tape erhält durch die Raufasertapete darunter einen netten metallischen Effekt - als hätte jemand mit einem Hammer auf Metallplatten herum gehauen. Die Streifen der einzelnen Tape-Bahnen sieht man auf Distanz nicht - schick, gell ; ) Ach, vielleicht ist es einfach nur Zeit, dass ich mir hier im Zimmer mal eine Deckenlampe gönne und ein paar neue Kissen anschaffe - oder selber mache; wer weiß...






Ich freue mich übrigens tierisch darüber, dass ihr in letzter Zeit so fleißig kommentiert. Das pusht nicht nur mein Ego immens - nein, ich mag einfach den Austausch mit euch so gerne. Es ist einfach schön : ) Danke dafür!

Es grüßt,
die Mimi


P.S. Heute findet ihr auf Ankes Creadienstag wieder einiges an Inspiration für eigene DIY-Projekte! Schaut mal hier vorbei!
Ninotschka erzählt euch hier etwas über ihre Helden des Alltags (heute geht's um Hashtags) und Meertje sammelt zwei Wochen lang eure kreativen Ideen auf ihrer Seite hier.

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ABOUT THE AUTHOR

Wer ist Mimi, wenn sie nicht gerade Mimi ist? Ohne die Anonymität zu brechen, so viel sei gesagt, Mimi kommt ursprünglich aus der Werbebranche und beschäftigt sich nun schon seit vierzehn Jahren mit Gestaltung. Dabei kommt ihr meist Miss Perfect in die Quere, die gerne alles auf Anhieb optimal haben will, was - wenn wir mal realisitisch sind - selten der Fall ist. Fräulein Mimi gestaltet daher selbst nicht gerne, denn meist dauert es Ewigkeiten, bis Miss Perfect zufrieden gestellt ist. Dann startete Mimi diesen Blog, um einerseits zu lernen Miss Perfect unter Kontrolle zu halten und andererseits wieder Spaß am Gestalten zu bekommen. Die Schlacht geht weiter...

2 Kommentare:

  1. Liebe Mimi,
    wow, was für eine tolle Idee - man sieht überhaupt nicht, dass dies mit Masking Tape gemacht wurde! Perfekt für spontanes Umdekorieren!
    Liebe Grüße,
    Sarah

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  2. Das sieht richtig edel aus, besonders die Dreiecke zum Ankleben der Karten und Bilder gefallen mir furchtbar gut!

    Liebe Grüße
    Maike

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