DIY | IKEA-Mini-Hack, auf goldig-geometrische Art


Kaum ist der Frühling da, werden die Ärmel wieder hochgekrempelt und der Tatendrang übernimmt das Ruder. Kennt ihr das auch? Im Winter war nicht wirklich viel mit mir anzufangen, aber heute habe ich doch tatsächlich mal mein Büro aufgeräumt und Möbel gerückt. Frischer Wind - passend zum stürmischen April-Wetter draußen. Nur mein Kater lässt sich davon nicht beeindrucken und schnarcht am alt-angestammten Platz vor meinem Bücherregal.


Als ich voller Tatendrang den Spiegel meiner Oma "upcyclete", packte es mich. Man sucht dann ja tatsächlich in den Krümeln nach Objekten, denen man irgendwie neues Leben einhauchen kann. Eine Zwangs-Wiederauferstehung, oder so ähnlich.
Mein altes IKEA-Regal - immerhin schleppe ich es schon seit 2002 von Wohnung zu Wohnung, also unglaubliche 13 Jahre - hat sich nicht schnell genug versteckt und somit durfte es auch auf meinen Basteltisch, aka Esszimmertisch.

Wie ihr ja schon in meinem Spiegel-Upcycling-Post lesen konntet, hat es mich im Baumarkt überkommen und ich habe mich mit einigen Acryl-Farbtuben eingedeckt - also sollte ich jetzt auch was damit anfangen. Muss sich ja lohnen, gell.

Also schnappen wir uns die Holzschubladen und verpassen ihnen - ganz modern, mit einem Dreiecksmuster und den Farben meines Büros - ein neues Kleid. Da Fräulein Mimi mal wieder null Geduld an den Tag legt, hat sie auf jegliche Vorbereitung verzichtet (das Schmirgelpapier hat sich versteckt) und direkt drauf los gepinselt.

Was benötigt ihr für dieses Projekt?
Washi-Tape / Maler-Klebeband, ein kleines Holzregal (gibt's übrigens wieder bei IKEA, sieht nur ein bissl anders aus), Acrylfarbe, Pinsel und Zeit.



Nach dem eigentlichen Vorbereiten des Untergrunds (anschleifen), klebt ihr einfach euer Muster auf die Oberfläche und danach drauf los pinseln - schön in eine Richtung. Ich habe es leider nicht geschafft streifenlos zu pinseln - sieht man aber dankenswerterweise nur wenn man ziemlich nah davor steht. Retrospektiv wäre es wohl schlauer gewesen die Boxen mit Spray zu lackieren, allerdings müsste ich dazu in den Keller gehen und der muss erst mal entrümpelt werden (da steht noch alles kreuz und quer von unserem Umzug). Darüber hinaus - finde ich - macht Pinseln mehr Spaß als Sprühen und man kann die Farben schöner mischen. Aber, ihr könnt natürlich auch statt zur Acrylfarbe zur Spraydose greifen.

Ich mag dieses DIY-Projekt sehr, denn man erzielt mit wenigen Handgriffen einen schönen Effekt. Und ich hatte mir schon ernsthaft überlegt das kleine Holzregal irgendwo zu entsorgen. Wie gut, dass ich nicht alle Gene meiner Eltern geerbt habe und ein kleiner Jäger und Sammler bin. Mein Papa hätte das Regal schon längst zu Brennholz verarbeitet. Ein Mann der Taten, der nicht lange herum fackelt - ganz zum Leidwesen meiner Mutter, die dadurch schon das ein oder andere liebgewonnene Erbstück an den Müllcontainer verloren hat.



Und weil ich gerade im Pinsel-Rausch war, musste ich noch irgendwas anderes anmalen. Meine alte Holzfigur - ich glaube aus der 11. Klasse - begleitet mich schon lange und ich finde ihren Anblick immer wieder seltsam und muss schmunzeln. Damals war ich ein sehr ernster "Künstler". Jedes meiner Projekte für den Kunstunterricht war sehr durchdacht. Bei diesem Holzprojekt machte mir aber das Material einen Strich durch die Rechnung. Mein Stück Holz war einfach zu hart für meine Werkzeuge, weshalb ich es irgendwann aufgab Details auszuarbeiten. Wie ihr eindeutig erkennen könnt, war die Arbeit gesellschaftskritisch angelegt ; ) "Der fallende Mensch", der sich hilfesuchend kopfüber an einem Pfosten festklammert. Bisher diente er mir oft als Buchstütze im Regal oder auch mal als Schmuckhalter mit seinen Stummelbeinchen (für die Füße hat das Holz in der Länge nicht gereicht...). Und weil er schon so lange dabei ist, darf er jetzt in Gold erstrahlen. Ein auf dem Kopf stehender Oscar oder so ähnlich.

Habt ihr auch solche Schulprojekte an denen ihr schon seit Jahren hängt, die euch nicht mehr loslassen (oder umgekehrt)? Ich lerne aus meinem missglückten, seltsamen Projekt, dass Perfektion gar nicht so wichtig ist, wenn das Herz dabei ist. Mein damaliges Ich hätte vor Scham den ollen Holzklotz am liebsten aus dem Fenster geschmissen. Ich fand es ganz furchtbar mein Ergebnis in der Klasse zu zeigen - war ich doch immer ein Einser-Kandidat. Wie peinlich! Heute freue ich mich, wenn ich meine "Statue" anschaue. Ja, sie sieht ein wenig seltsam aus, aber sie hat auch Persönlichkeit und repräsentiert mein junges Ich.

Mit solch tiefgründigen Gedanken werde ich mich nun mal dran machen meinen Basteltisch aufzuräumen - aber die Acrylfarben kommen noch nicht in die Schublade, denn das nächste DIY-Projekt liegt schon auf meinem Schreibtisch und wartet darauf bunt zu werden. Aber vorher zeige ich euch meine Ergebnisse im Detail:




Es grüßt,
die Mimi


P.S. Bei Janet und Maika ist heute wieder Freutag! Ihr könnt euch alle KarFreutag-Posts auf ihrem Blog ansehen. Und bei Meertje findet ihr auch ganz viele interessante DIY-Links. Einfach hier und hier klicken und freuen : )

P.P.S. Bei Simone von Art.of.66. gibt es diesen Monat übrigens wieder eine Linkparty, wo ihr viele DIY-Ideen und -Umsetzungen anderer BloggerInnen finden könnt.
Schaut doch mal vorbei:





Share this:

ABOUT THE AUTHOR

Wer ist Mimi, wenn sie nicht gerade Mimi ist? Ohne die Anonymität zu brechen, so viel sei gesagt, Mimi kommt ursprünglich aus der Werbebranche und beschäftigt sich nun schon seit vierzehn Jahren mit Gestaltung. Dabei kommt ihr meist Miss Perfect in die Quere, die gerne alles auf Anhieb optimal haben will, was - wenn wir mal realisitisch sind - selten der Fall ist. Fräulein Mimi gestaltet daher selbst nicht gerne, denn meist dauert es Ewigkeiten, bis Miss Perfect zufrieden gestellt ist. Dann startete Mimi diesen Blog, um einerseits zu lernen Miss Perfect unter Kontrolle zu halten und andererseits wieder Spaß am Gestalten zu bekommen. Die Schlacht geht weiter...

7 Kommentare:

  1. Dein stummelbeinchen Oscar ist total süß. Möbel pimpen macht sicher unheimlich viel Spaß. Nur leider fehlen mir die alten Teile dazu. Auch unser letzter Umzug lag unter dem Motto: Befreie dich von Altlasten. ;o)
    Wünsche dir einen schönen (Kar)Freutag.
    Liebe Grüße, Janet

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Ja, ich glaube den Namen hat er jetzt weg ^^ Stummelbein-Oscar...der Arme. Dabei strahlt er so goldig ; )

      Na, das mit dem Fehlen der Teile lässt sich doch super auf nem Flohmarkt beheben ; ) Soweit ich weiß, geht doch jetzt wieder die Flohmarktzeit los. Wir werden demnächst auch wieder nach Bonn in die Rheinauen fahren - ein riesig großer Flohmarkt. Ich würde fast sagen, der größte Flohmarkt Deutschlands. Und das ist nicht übertrieben. Wenn ich mit schnellem Schritt drüber laufe, brauche ich schon 3 Stunden und dann habe ich immer noch nicht alles gesehen. Wirklich eine tolle Fundgrube für wirklich alte Dinge (es gibt doch nur ganz wenige Stände mit neuer Ware) und teilweise auch DIY-Ständen (mit Selbstgenähtem, Marmeladen usw.). Ist wirklich ein Besuch wert.

      Ich wünsch dir ein entspanntes Osterwochenende : )

      Es grüßt,
      die Mimi

      Löschen
    2. Dein Flohmarkt klingt ja verlockend und riiiiesig. Gibt's da einen Handwagenverleih oder Einkaufswägen? Ich würde sicher so viele Sachen finden, das es kaum zu tragen wäre. Ich kann mir richtig vorstellen, wie mein Mann und ich einen Baumarkt -Einkaufswagen an den ganzen Flohmarktständen vorbeischieben- der Junior noch im Kindersitz und die kleine Große hüpft voraus ;o)
      Die Mama kauft und Papa schiebt.
      Hm, klingt eigentlich ganz gut.
      Also, mir gefällt der Gedanke. ....aber ob meine Familie dafür zu begeistern ist..?
      Liebe Grüße, Janet ;o)

      Löschen
    3. Also, so ne Art Handwagen gibt's dort nicht, aber ich sehe immer ganz viele junge Familien mit Kind und Kegel dort. Die bringen ihre Bollerwagen mit, oder aber nen Trolley. Es laufen generell viele Leute mit Trolleys durch die Gegend - was zugegebenermaßen auch recht nervig sein kann, weil der Flohmarkt bei gutem Wetter richtig voll werden kann und dann hat man ständig diese Trolleys in den Füßen. Aber es lohnt sich definitiv. Und zwischendurch findet man immer wieder kleine Stände mit Getränken und Essen. Ist so ein wenig wie ein kleiner Rummel. Ich glaube ein Kettenkarussell und ein Fahrgeschäft für Kinder hab ich auch schon mal dort gesehen.

      Bei Professor M. und mir läuft es immer so: Er ist der Wellenbrecher, läuft voraus, ich im Schlepptau. Allerdings zieht er mich manchmal ein wenig zu schnell an den Ständen vorbei. Aber ich glaube, wenn ich an jedem Stand stehen bleiben würde - und ich könnte definitiv an fast jedem Stand stehen bleiben - dann würden wir es bis zum späten Nachmittag nicht drüber schaffen.

      Und wenn deine Familie nicht dafür zu begeistern ist, dann schnapp dir deine beste Freundin und huscht zu zweit drüber! Ist bestimmt auch sehr lustig :)

      Liebe Grüße zurück,
      Mimi

      Löschen
  2. Gefällt mir sehr - das geometrische Muster passt perfekt zu den kleinen Schublädchen!
    Lieben Gruß, Lena

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Vielen Dank, Lena! Schön, dass du meinen Blog gefunden hast!

      Es war auch wirklich nötig. Nach den vielen Jahren ist das Holz nachgedunkelt und sah nicht mehr wirklich schön aus. Durch das Bisschen Farbe passt es nun wieder besser in mein Büro und sieht nicht mehr so altbacken aus.

      Löschen
  3. Das Muster sieht klasse aus...hat so einen skandinavische Touch, den ich so gerne mag!
    LG Astrid

    AntwortenLöschen