Schreibzeit | Planloser Tatendrang


Wie ihr ja schon mitbekommen habt, ist Mimi mal wieder auf Besuch in ihrem Blog. Aber eben nicht nur hier. Meine Nase hat heute über Tag mal hier, mal da in anderen lieb gewonnenen blogs herum gestöbert. Dabei trieb es mich auch zu Bine von was eigenes - keine Frage, meine Anlaufstelle Nr. 1, schließlich war ein Artikel in ihrem Blog damals der Auslöser für mein Geblogge und die Idee, ich könnte mit der Veröffentlichung meines Gebastelten meine Work-Life-Balance wieder zurecht rücken.
Bine schreibt übrigens wirklich sehr entspannt und interessant. Ich weiß nicht, ob ihr das kennt, aber manchmal, wenn man Texte liest, muss man so oft einzelne Sätze wiederholen, weil sie einfach nicht eingängig sind. Bines Blog hingegen liest sich wie Butter - hm...wenn man Bloggen mit Butter vergleichen kann :) Sie schreibt vollkommen natürlich und sehr nachvollziehbar. Ich lese ihre Artikel wirklich gern.
Dieses Jahr hat sie sich wieder ein neues Thema ausgedacht, zu dem BloggerInnen aus allen Ecken des Webs eigene Ideen mitteilen dürfen. Sie nennt es "Schreibzeit 2015".

"Hm...", dachte Fräulein Mimi, "das klingt doch wie maßgeschneidert für mich - zumal ich aktuell so gar keine Ambitionen habe die ollen Origami-Kraniche ins Fenster zu hängen oder mich auf andere Weise handwerklich zu betätigen."

Bei Bines Schreibzeit 2015 gibt es monatlich ein neues Thema zu dem man seine Gedanken niederschreiben darf. Klingt gut und daher nehme ich mir direkt ihr Januar-Thema vor - jaja, ich weiß, ich bin spät dran, aber besser spät als nie oder wie war das...

Earl Grey steht bereit, also kann es losgehen. Das Thema ist übrigens: "Planlos oder voller Tatendrang? Wie war der Start ins neue Jahr?"

Um es mit wenigen Worten auf den Punkt zu bringen: holprig. Letztes Jahr war sehr viel los. Es gab wenig Atempausen und irgendwie habe ich diese Atemlosigkeit mit ins neue Jahr genommen. Alles türmte sich vor mir auf und schien unüberwindbar. Allem voran die Frage, ob mein Job wirklich MEIN Job ist, oder ob ich nicht lieber nach etwas anderem suchen sollte.

Mittlerweile weiß ich, dass es nicht einfach bloße Gedanken sind, die man mal hat, wenn es im Job nicht so rund läuft wie gewohnt. Diese Gedanken gehen nicht weg und verfolgen mich auch nachts.
In dieser Situation, in der mir auch mein Körper Warnsignale schickt, ist es wirklich schwer eine Entscheidung zu treffen oder überhaupt klar zu sehen.
Wie geht man so etwas an? Wie verändert man sein Leben grundlegend ohne den Halt gänzlich zu verlieren? Aktuell würde ich mich über eine gläserne Kugel freuen, die mir zumindest ansatzweise zeigt, wie es in der Zukunft aussehen könnte. Für jemanden wie mich, die dank Miss Perfect immer auf Nr. Sicher geht, ist es sehr schwer Gewohntes zurück zu lassen und ein Risiko einzugehen.

Das Ganze wäre nicht so problematisch, hätte ich tatsächliche Interessen, die ich beruflich verfolgen könnte. Einige von euch haben die gelernten Berufe hinter sich gelassen und ihr Hobby zum Beruf gemacht: nähen, erstellen Grafiken, Deko-Artikel und verkaufen diese über Dawanda und Co. Die Selbständigkeit ist von meinem Standpunkt aus ziemlich gruselig. Hut ab vor denjenigen, die den Sprung gewagt haben.
Dabei ist, in meinem Fall, das Risiko zu fallen gar nicht mal so groß. Ich habe immerhin noch keine Kinder, die ich berücksichtigen muss oder Schulden die abbezahlt werden wollen. Und trotzdem macht der Sprung ins Ungewisse Angst. Kennt ihr das?

Eine wirkliche Ahnung, wie ich mir mein berufliches Leben denn vorstelle habe ich leider auch nicht. Ein 0815-Büro-Job, bei dem ich feste Arbeitszeiten habe und Papierkram erledige? Wäre das etwas mit dem ich leben könnte? Aktuell finde ich dieses Bild gar nicht so schlecht. Es klingt für mich nach weniger Stress, Ordnung und Struktur - und weniger Stress wäre mir gerade wirklich sehr willkommen. Aber wird so ein Leben nicht irgendwann monoton? In meinem aktuellen Job habe ich täglich neue Herausforderungen - nicht zuletzt dank der Menschen, mit denen ich zu tun habe, die nun mal keine Maschinen und alle sehr verschieden sind. Das kann sehr spannend sein - keine Frage. Allerdings ist jeder Tag gepflastert mit kleinen Minen, die bei einem Schritt in die falsche Richtung jeden Moment hoch gehen können.
Wenn ich nachmittags nach Hause komme, bin ich meist so ko, dass ich mich zu nichts mehr aufraffen kann. So begann auch mein neues Jahr. Keine Motivation, aber das Wissen um diesen Berg an Arbeit, der sich drohend auf meinem Schreibtisch auftürmte.

Tatendrang oder Planlosigkeit? Ich glaube es war ein wenig von beidem. Planloser Tatendrang? Ich wusste ich muss etwas tun, aber in die richtige Richtung zu arbeiten gelang mir dann doch nicht. Langfristig habe ich immer mehr das Gefühl wie ein geköpftes Huhn durch die Gegend zu laufen - ohne zu wissen in welche Richtung.

Kennt ihr das? Woher wisst ihr, wo ihr im Leben hin wollt? Habt ihr einen Masterplan? Orientiert ihr euch an Dingen, die euch eure Eltern vorgelebt haben? Oder an gesellschaftlichen Normen? Oder hofft ihr einfach, wie ich momentan, dass sich alles von selbst richtet? Letzteres wäre wirklich sehr komfortabel. Bisher bin ich beruflich dort gelandet wo ich war, weil ich einfach das tat wozu mir andere rieten. Leider - oder glücklicherweise - bin ich nun an einem Punkt angelangt, an dem ich selbst Entscheidungen treffen will und mich nicht mehr darauf verlasse, was mir andere sagen. Entscheidungsfreiheit zu haben ist zwar einerseits das Größte das es gibt, andererseits ist es auch unglaublich anstrengend die richtige Entscheidung zu finden. Vor allem wenn man so wie ich komplett planlos ist und keine Ahnung hat, wo man mit der Suche beginnen soll.

Ich bin gespannt wie sich dieses Jahr für mich entwickeln wird. Letztes Jahr gab es schon einiges an Bewegung, aber ich glaube der große Erdrutsch steht mir noch bevor. Bis dahin laufe ich planlos aber voller Tatendrang weiter und schaue wohin mich der Weg führt.


Hm...dieser Artikel zu Bines Schreibzeit 2015 ist nun leider sehr nachdenklich und ein wenig düster geworden. Im Frühling, bei Sonnenschein nicht wirklich ansprechend. Als Wiedergutmachung gibt es nun ein paar Fotos meiner Weihnachtsdekoration (ist immerhin zeitlich näher an Neujahr und Bines Thema, als ich aktuell im März bin). Ich hoffe sie gefällt euch.





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ABOUT THE AUTHOR

Wer ist Mimi, wenn sie nicht gerade Mimi ist? Ohne die Anonymität zu brechen, so viel sei gesagt, Mimi kommt ursprünglich aus der Werbebranche und beschäftigt sich nun schon seit vierzehn Jahren mit Gestaltung. Dabei kommt ihr meist Miss Perfect in die Quere, die gerne alles auf Anhieb optimal haben will, was - wenn wir mal realisitisch sind - selten der Fall ist. Fräulein Mimi gestaltet daher selbst nicht gerne, denn meist dauert es Ewigkeiten, bis Miss Perfect zufrieden gestellt ist. Dann startete Mimi diesen Blog, um einerseits zu lernen Miss Perfect unter Kontrolle zu halten und andererseits wieder Spaß am Gestalten zu bekommen. Die Schlacht geht weiter...

2 Kommentare:

  1. Hey! Ich habe gerade deinen Blog entdeckt und bin dir direkt gefolgt! Würde mich freuen, wenn du bei mir vorbei schauen würdest <3
    Liebe Grüße, Amanda // juustamanda

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  2. Liebe Mimi,

    ich kenne das Gefühl, dass Du beschreibst nur zu gut. Ich frage mich auch schon seit längerer Zeit, wohin meine (berufliche) Reise gehen soll und wird - und was ich eigentlich möchte. DAS herauszufinden, ist wohl das Schwierigste. An "gut gemeinten" Ratschlägen fehlt es ja bekanntlich nie und die Gesellschaft hat auch ganz konkrete Pläne für uns. Aber was ist mit uns selbst? Wo stehen wir? ...
    Solche Fragen stelle ich mir zurzeit auch und bin noch zu keinem richtigen "(Ent-)Schluss" gekommen. Nur eines weiß ich: Ich möchte glücklich und zufrieden sein. Wie das mit einem Job X zu vereinbaren ist, weiß ich allerdings noch nicht.

    So: Jetzt aber zu etwas Angenehmeren. Dein Blog ist sehr hübsch, er gefällt mir richtig gut. Und ich freue mich schon darauf, ihn zu durchstöbern.

    Liebe Grüße
    Nicole

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