DIY | Spiegel-Upcycling mit ein wenig Styropor und Acrylfarbe


Seit einiger Zeit schon steht mein alter runder Spiegel unbeachtet in der Ecke herum. Ein Erbstück aus dem Haushalt meiner Oma. Im Original war er dunkelbraun. Zwischendurch dann mal Royalblau, passend zu meinem damaligen Jugendzimmer - mit super angesagten Window-Color-Blumen als Dekor *schauder*. Als ich dann in meine erste eigene Wohnung zog, musste das Blau weichen und weil ich generell in einem Streich-Rausch war, wurde der Spiegel weiß. Weil das Weiß nicht decken wollte und hier und da noch ein wenig Blau hervor blitzte, bekam er noch ein wenig Washi-Tape ab (ihr wisst ja langsam, dass bei mir Washi Tape immer geht).



So richtig zufrieden war ich damit aber auch nicht mehr. Ich habe lange auf Pinterest nach Ideen gesucht und bin auch auf ein Projekt gestoßen, dass ich ganz toll fand: alte Spielzeuge farbig ansprühen und auf den Rahmen kleben. Aus Mangel an Material und weil Professor M. das Ergebnis "creepy" findet, habe ich diesen Ansatz erst einmal auf später vertagt. Die grundsätzliche Idee, den Spiegel mit etwas zu bekleben, das man anmalt, fand ich aber durchaus gut und auch einfach und schnell umzusetzen. Nur was drauf kleben? Es darf nicht zu gegenständlich sein, damit ich es auch längere Zeit noch sehen kann und die Farben sollten auch eher dezent sein.

Schließlich kam ich auf die Idee das eigentliche Thema des Spiegels - den Kreis - aufzunehmen und bestellte mir einige Styropor-Kugeln. Ganz ehrlich, als ich damit anfing, wusste ich noch nicht was dabei am Ende heraus kommt, aber gerade das hat unglaublich viel Spaß gemacht.

Was ihr für dieses Projekt benötigt?
Einen alten Spiegel oder Bilderrahmen zum Aufhübschen, Acrylfarbe oder Farbspray, Pinsel, Zahnstocher, Styropor-Kugeln oder andere Gegenstände, ein Messer oder Cutter und eine Heißklebepistole (und einige Klebesticks in Reserve).




Zunächst verpasste ich dem Spiegel eine neue Farbe. Mir geht es nicht darum, dass es allzu akkurat aussieht, aber die Grundfarbe, sollte mit einer der Farben der Kugeln übereinstimmen. Ich wählte einen gebrochenen, warmen Weißton, passend zur Wohnzimmereinrichtung.




Danach machte ich mich daran die Kugeln zu halbieren. Zuerst versuchte ich es mit dem Cutter, stellte dann aber nach einer Weile fest, dass es mit einem scharfen Küchenmesser sauberere Schnittkanten gibt.




Nach dem Halbieren, geht der Malspaß los. Damit ich mit den Fingern keine Abdrücke in der Farbe hinterlasse, spießte ich die Halbkugeln auf einen Zahnstocher. Das hat auch den Vorteil, dass die Halbkugeln später berührungsfrei trocknen können.




In der ersten Runde versuchte ich Pinselstreifen zu vermeiden. Nach dem Trocknen sah das Ergebnis aber ziemlich unzufriedenstellend aus - vor allem bei den dunklen Maltönen. Aus Frust tupfte ich mit dem Borstenpinsel in der Farbe rum.

"Hm...sieht interessant aus...ein wenig wie eine Praline...I like!"


Also wurden alle Halbkugeln entsprechend bearbeitet. Es braucht zwar etwas mehr Farbe und zwei Durchgänge, aber dann deckt die Farbe gut und das grobe Tupfmuster ist auch noch zu erkennen, auch wenn es nach dem Trocknen etwas weicher wirkt.




Als alle Halbkugeln getrocknet waren, stand ich vor dem Problem sie in irgend einer Weise auf dem Spiegel unterbringen zu müssen. Ein ganz schön kompliziertes Puzzle. Miss Perfect hatte den Anspruch so wenig Weißraum wie möglich zwischen den Halbkugeln zu haben. Aber so ganz ohne, das war auch ihr klar, wird es wohl nicht gehen. Nach einigem Probieren und Verwerfen stieß ich dann auf eine Kombination von etwa 10 cm Länge, die ganz gut miteinander funktionierte. Diese wiederholte ich so lange bis ich einmal um den Spiegelrand herum war. Der Abschluss war zwar nicht ganz sauber (musste am Schluss das Muster ändern), aber alle Halbkugeln lagen einigermaßen gut nebeneinander.
Damit meine Katzen mein Kunstwerk nicht wieder zerstören konnten - habe festgestellt dass sie Styropor-Kugeln ganz prima finden - legte ich direkt mit dem Heißkleber los. Stück für Stück klebte ich die Halbkugeln fest, wobei ich hier und da noch ein wenig nachhelfen musste - gut dass Styropor nachgibt (nicht auszudenken wie das ganze geworden wäre, hätte ich Spielzeugautos genommen, wie vorher angedacht).





Et voilà. Es ist vollbracht. Ich weiß noch nicht so wirklich, wie ich ihn finde. Interessant und seltsam, aber besser als vorher. Er sieht jetzt nicht mehr ganz so minimalistisch aus, aber doch irgendwie spannend und auch wenn ganz viele Elemente darauf prangen, wirkt er meiner Meinung nach nicht überladen. Das kann aber auch an den Farben liegen. Ich finde außerdem - und es ist schade, dass man das auf den Fotos nicht sieht - dass die hellgrauen Kugeln ein wenig wie Beton aussehen, vor allem wegen der unregelmäßigen Oberfläche. Damit liege ich doch gerade voll im Trend, gell ; )

Es grüßt,
die Mimi


P.S. Wie immer könnt ihr hier beim Creadienstag viele kreative Köpfe und ihre Bastelergebnisse bewundern. Einfach hier klicken : ) Viel Spaß!

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ABOUT THE AUTHOR

Wer ist Mimi, wenn sie nicht gerade Mimi ist? Ohne die Anonymität zu brechen, so viel sei gesagt, Mimi kommt ursprünglich aus der Werbebranche und beschäftigt sich nun schon seit vierzehn Jahren mit Gestaltung. Dabei kommt ihr meist Miss Perfect in die Quere, die gerne alles auf Anhieb optimal haben will, was - wenn wir mal realisitisch sind - selten der Fall ist. Fräulein Mimi gestaltet daher selbst nicht gerne, denn meist dauert es Ewigkeiten, bis Miss Perfect zufrieden gestellt ist. Dann startete Mimi diesen Blog, um einerseits zu lernen Miss Perfect unter Kontrolle zu halten und andererseits wieder Spaß am Gestalten zu bekommen. Die Schlacht geht weiter...

11 Kommentare:

  1. Hallo liebe Mimi
    Also mir gefällt der Spiegel! :-) Und die Farben finde ich auch sehr schön. Eine ganz tolle Idee! :-)
    Liebe Grüsse Nica

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    1. Hallo Nica,

      danke dir! Ich muss ja ehrlich sagen, auch wenn Eigenlob stinkt, die Farben gefallen mir auch immer besser :)

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  2. Eine unglaublich tolle Idee mit einem wunderschönen Ergebnis! Ich bin begeistert. Auch weil du das Erbstück deiner Oma nicht aufgibst. :)
    Liebe Grüße,
    Silke

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    1. Huhu Silke,

      im Nachhinein würde ich mich mehr freuen, hätte ich den Spiegel damals im Originalzustand gelassen. Das braune Holzfunier würde ich mir heute an der Wand gefallen lassen. Aber naja, damals waren andere Zeiten und er hat so gar nicht in mein Jugendzimmer gepasst. Ich finde es schön, dass sich Geschmäcker ändern können. Ich glaube heute würde ich die Krise kriegen, wenn ich noch in meinem Jugendzimmer wohnen müsste. Furchtbar spießig und altbacken.

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  3. Ein super schönes Upcycling!
    Gefällt mir total gut :-)

    Danke für´s Zeigen!

    liebe Grüße
    Stephi

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    1. Danke fürs Kommentieren :) Freut mich dass du meinen Blog gefunden hast und dir meine Upcycling-Idee gefällt!

      Grüße zurück,
      die Mimi

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  4. Hallo Mimi,
    ich finde diesen Farbverlauf einfach spitze. Das ist eine super Idee! Sehr hübsch hier alles bei dir :-)
    Liebe Grüße,
    Steffi

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    1. Huhu Steffi,

      der Farbverlauf war eigentlich gar nicht geplant - aber ich konnte mich im Baumarkt nicht auf eine Acrylfarbe festlegen - genauso wenig später beim Bemalen der Halbkugeln. Und plötzlich mache ich die Augen auf und ich hab diesen Farbverlauf an der Wand hängen. Nanu, wie ist das denn passiert? :) Aber mittlerweile mag ich ihn auch ganz gerne ;)

      Freut mich übrigens sehr, dass es dir hier gefällt! Bei dir gefällt's mir auch!

      Grüße zurück,
      die Mimi

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  5. Ja, Beton liegt im Trend :) Sei froh, dass es kein richtiger Beton ist. Sonst hättest du den Spiegel nicht mehr an die Wand bekommen :) Ganz schöne Friemelarbeit… cooles Ergebnis! LG Yna

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    1. *lach* Ja, das dachte ich dann auch. Den Wänden hier in der Wohnung traue ich sowieso nicht. Alles ziemlich alt und porös. Da werde ich sowieso einen Dübel für den Haken vorher festkleben müssen : )

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  6. hey, der Spiegel gefällt mir sehr
    die Idee, den Kreis in Form von Halbkugeln wieder aufzunehmen, ist super und die dezenten Farben passen super

    lieben Gruß
    Uta

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