DIY | Plastikflaschen-Ladestation zum Hängen

Ganz ehrlich, mittlerweile bin ich richtig begeistert vom Decoupieren. Man erhält schnell ein einigermaßen ansehnliches Ergebnis, ohne viel Geld zu investieren. Letzteres finde ich bei kleinen DIY Projekten wichtig, denn wenn es einmal schief geht oder nicht so wird, wie man es sich vorstellt, ärgert man sich nur über die verlorene Zeit.
Nachdem ich also meine IKEA Holzordner mit den Melicena-Illustrationen bestückt hatte, bin ich direkt auf die Suche nach einem weiteren Decoupage-Projekt gegangen. Gelandet bin ich bei Ashley und ihrem Blog Make it & Love it. Geschickterweise konnte ich das Projekt auch sofort umsetzen, denn wieder - oh Wunder - hatte ich alle Materialien schon zuhause rumliegen. Am Ende soll ein "Handy-Steckdosen-Halter" (ich weiß gerade nicht, wie ich es anders bezeichnen könnte) herauskommen, damit man falls in der Nähe der Steckdose kein Tisch/Regal/what so ever zum Ablegen des Handys zur Verfügung steht, letzteres nicht auf den Boden legen muss.

Was braucht ihr also, um das Projekt umzusetzen?


Decoupage-Leim/Lack (ich habe noch den Art Potch von Hobby Line hier stehen), einen breiten Borstenpinsel, feines Schmirgelpapier, eine alte Plastikflasche (Shampooflasche, Bodylotionflasche, hauptsache sie ist groß genug, um euer Handy in der Breite und Höhe aufzunehmen - aber achtet darauf, dass das Plastik undurchsichtig ist), ein breites Stück Stoff (es sollte einmal um die Flasche reichen, mit  Überlappungsbereich, und oben und unten ein Stück überstehen), einen Cutter/ein Skalpell, Schere, Stift und viel Geduld.




Als erstes solltet ihr Etiketten von eurer Plastikflasche entfernen. Danach zeichnet ihr die Umrisse für euren Halter ein. Vorne eine gerade Kante und hinten lasst ihr einen Rücken stehen, in den zum Schluss die Aussparung für euren Ladekabelstecker hinein geschnitten wird.




Danach solltet ihr ganz vorsichtig diese Umrisse mit dem Skalpell einschneiden. Aber Vorsicht: wenn man zuviel Druck aufbringt, rutscht man leicht vom eigentlichen Pfad ab. Ich habe mehrmals mit weniger Druck über die gleiche Stelle geschnitten. Das dauert zwar länger, aber so kann ich sicher sein, dass ich nicht nochmal mit einer neuen Flasche von vorne anfangen muss.



Nachdem der überschüssige Flaschenteil entfernt ist, solltet ihr mit dem Schmirgelpapier und eventuell mit der Hilfe des Cutters, ausgefranste Kanten glätten. Wenn das erledigt ist, müsst ihr die Oberfläche mit dem Schmirgelpapier bearbeiten (nicht den inneren Teil der Flasche), damit die Decoupage später hält. Eventuell sollte man hier ein etwas gröberes Papier nehmen.





Nach dem Schmirgeln geht es ans Decoupieren mit dem gewählten Stoff. Dies kann eine etwas rutschige Angelegenheit sein. Seid außerdem bereit euch später die Hände ordentlich schrubben zu müssen, denn die Decoupage drückt sich beim Straffen des Stoffs durch diesen durch - was für unser Projekt nicht schlimm ist, da später noch einmal Decoupage außen drüber gestrichen wird.

Geht nun Stück für Stück vor: Beginnt damit die Vorderseite der Flasche mit Decoupage einzupinseln - seid dabei großzügig - und legt dann das Stück Stoff mittig drauf. Danach dreht ihr die Flasche und pinselt immer wieder ein Stück Flasche ein und drückt den Stoff weiter fest, bis sich der Stoff hinten überlappt.



Einen Teil der Überlappung könnt ihr abschneiden und klebt danach den restlichen Stoff mit der Decoupage übereinander fest. An dieser Stelle hat man auch noch die Chance Falten zu glätten. In Ashleys Beispiel sieht man kaum Falten. Mir ist das nicht 100% gelungen. Vielleicht ist es einfach wenn man einen Stoff mit leichtem Stretchanteil benutzt (?). Mein Baumwollstoff hat auf jeden Fall sehr rumgezickt und wollte sich partout nicht überall glatt streichen lassen. Nach einer viertel Stunde des Rumgefummelns habe ich dann meinen Frieden mit den Falten geschlossen.

Nachdem der Stoff nun an der richtigen Stelle ist, solltet ihr überschüssige Teile abschneiden. Aber Achtung: hier bitte den Stoff noch nicht bis ganz zum Rand zuschneiden - das gelingt später besser, wenn die Decoupage trocken und der Stoff gehärtet ist.




Wenn ihr den Stoff nun soweit gekürzt habt, könnt ihr die Decoupage außen aufpinseln und am Boden der Flasche den noch überstehenden Stoffbereich umklappen. Danach schneidet ihr ein Oval in der Größe und Form des Bodens aus und klebt ihn mit der Decoupage fest. Damit habt ihr einen einigermaßen sauberen Abschluss.


Nun heißt es warten, warten, warten, bis die Decoupage getrocknet ist. Ashley gibt den Tipp noch ein-, zweimal mit Decoupage drüber zu streichen. Bei mir hat allerdings einmal gereicht und nachdem die Decoupage gänzlich ausgehärtet war (was doch einige Zeit gedauert hat), konnte ich die überstehenden Stoffstücke randscharf abschneiden. Das klappt auch ganz gut, da der Stoff wie gesagt ausgehärtet ist und sich ein bisschen wie dickeres Papier schneiden lässt.
Die Öffnung für das Ladekabel könnt ihr nun in den Rücken hinein schneiden (oder aber schon bevor ihr mit dem Decoupieren beginnt - beides geht).

Und nun wünsche ich euch viel Freude mit der neuen, schicken Ladestation.





Im Nachhinein hätte ich besser eine große Lotionflasche oder eventuell sogar Badezusatzflasche genommen. Erstens gefällt mir die Farbe des Plastiks nicht ganz so sehr (auch wenn dieses zarte Seegrün momentan im Trend liegt, Weiß finde ich irgendwie besser und integriert sich auch eher in meine Raumgestaltung) und zweitens ist mein Handy leider nicht nur sehr breit sondern auch ziemlich hoch, so dass bei dieser Variante mit der Shampoo-Flasche das Handy gerade so zusammen mit dem Ladekabel hineinpasst. Der Rücken hätte ein Stück länger sein müssen.

Deshalb mein Tipp: Schaut euch vorher die Größe der Flasche genau an und überlegt, wie viel Platz ihr zwischen dem Ladekabelstecker und dem Handy noch habt.

Ich muss zugeben, auch wenn dieses DIY-Projekt zeitweise ein ziemliches Gematsche war, macht es doch auch Spaß das Ergebnis in den Fingern zu halten - ob ich es nun brauche oder nicht ; )

Es grüßt,
die Mimi

PS: Bei Ankes Creadienstag gibt es übrigens noch viele weitere DIY-Ideen. Schaut mal hier!


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ABOUT THE AUTHOR

Wer ist Mimi, wenn sie nicht gerade Mimi ist? Ohne die Anonymität zu brechen, so viel sei gesagt, Mimi kommt ursprünglich aus der Werbebranche und beschäftigt sich nun schon seit vierzehn Jahren mit Gestaltung. Dabei kommt ihr meist Miss Perfect in die Quere, die gerne alles auf Anhieb optimal haben will, was - wenn wir mal realisitisch sind - selten der Fall ist. Fräulein Mimi gestaltet daher selbst nicht gerne, denn meist dauert es Ewigkeiten, bis Miss Perfect zufrieden gestellt ist. Dann startete Mimi diesen Blog, um einerseits zu lernen Miss Perfect unter Kontrolle zu halten und andererseits wieder Spaß am Gestalten zu bekommen. Die Schlacht geht weiter...

4 Kommentare:

  1. Eine ganz wunderbare Upcycling-Idee! Super, das muss ich ganz bald mal ausprobieren. Vielen lieben Dank dafür, Gabi

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    1. Sehr gerne, Gabi! Als ich das Projekt zum ersten Mal auf Pinterest fand, musste ich es unbedingt ausprobieren, denn eigentlich kann es nicht schief gehen. Ich wünsch dir ganz viel Spaß beim Ausprobieren!

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  2. Geniale Idee!

    Danke für diese Schritt für Schritt-Anleitung.


    Liebe Grüße - Monika

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  3. Ja, Mimi, deine Version schaut super aus. Schade, dass am Ende das Handy nur schwer hinein passt (psst, ist bei mir auch so), aber beim 2. Mal ist man schlauer!
    Alternativ könnte man es ja auch mit Serviettentechnik bekleben, das legt sich wahrscheinlich leichter um die Flasche.
    Liebe Sonntagsgrüße
    Christine

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