DIY | Decoupage mit den Melicenas


Es ist mal wieder Bastelzeit! Seit langem schleiche ich um dieses Projekt herum und dank eines unglaublich schönen Artikels von Rachel auf ihrem Blog The Crafted Life - kann ich übrigens nur jedem ans Herzen legen, der farbenfrohe und abwechslungsreiche DIY-Inspiration sucht - habe ich es nun gewagt die nötigen Utensilien für ca. 10 Euro zu kaufen und frisch ans Werk zu gehen.
Um was es jetzt eigentlich geht? Decoupage, natürlich! Andere nennen es auch Servietten-Technik.


Parallel dazu quält mich seit mittlerweile 1 1/2 Jahren das schlechte Gewissen und dem möchte ich nun ein Ende bereiten. Im August 2013 bin ich beim Einkaufen über eine vermeintlich neue Eiscreme-Marke gestolpert: Melicena! Bio-Eiscreme ohne Farbstoffe, Gentechnik und Co., zum Teil sogar Laktose frei. Schick, oder? An der Kasse wartend ist sie mir ins Auge gestochen, da die Verpackungen durch ein sehr minimalistisches Design und schräge Illustrationen aus dem sonst quietsch-bunten Sortiment herausstechen. Fräulein Mimi lässt sich dann natürlich nicht zweimal bitten. Professor M. kann davon ein Liedchen singen, denn Fräulein Mimi schleppt alle Nase lange irgend einen Kram an, nur weil die Verpackung schön gestaltet ist. Hat nicht jeder eine Macke?

Nach einer ersten Kostprobe war ich damals direkt Feuer und Flamme, denn nicht nur das Äußere sondern auch die inneren Werte überzeugen sehr. Habe dann natürlich auch hier im Blog meine Freude geteilt, wie ihr hier nachlesen könnt. Vor allem das Mango- sowie Zitronen-Sorbet haben es mir unglaublich angetan! Ich könnte darin baden!

Nach einigen Wochen ist Tanja von Melicena auf mich zu getreten, weil ich im Post gejammert habe, dass ich super gerne irgendwas mit den Verpackungen anstellen würde. Ich durfte mich dann über eine große Tüte voll mit Melicena Eiscreme freuen (Professor M. übrigens auch...), habe es aber bis dato nicht geschafft meine Ankündigung, dass ich gerne mit der Verpackung basteln würde in die Tat umzusetzen. Jedes Mal wenn ich meinen SchülerInnen im Gestaltungsunterricht von dem Redesign berichte und Beispiele zeige, überkommt mich das schlechte Gewissen. Damit ist jetzt Schluss, denn nun lasse ich das fröhlich, schräge Design in mein Büro einziehen!

Heute war es dann endlich soweit. Ich bin ja ein richtiger Fan der neuen Verpackungsgestaltung. Zurecht hat sie einen Red Dot Award gewonnen, wenn ihr mich fragt. Aber meine Lobeshymnen, könnt ihr auch im Artikel vom August 2013 nachlesen. Naja, und weil ich die Illustrationen so schön schrullig finde, muss ich die auch irgendwo als Deko-Objekt haben. Da die Verpackungen nun mal aus Papier/ Pappe bestehen, bieten sie sich für mein anstehendes Decoupage-Projekt perfekt an.


// Zwischendurch noch schnell einen Earl Grey bereitgestellt - übrigens in meiner schicken neuen Tasse von Tchibo //



Die größte Schwierigkeit besteht darin die Pappe von ihren Papierfaserschichten zu befreien, so dass man die Illustration auch für die Decoupage benutzen kann. Das verwendete Papier sollte dafür nicht zu dick sein, denn eigentlich macht man Decoupage ja mit Servietten. Das Entfernen stellte sich als wirklich fummeliges Unterfangen heraus. Schließlich ließ ich die ausgeschnittene Illustration erst einmal in Wasser einweichen. Da die Verpackung lackiert ist, wird sich das Motiv hoffentlich nicht auflösen...



Anschließend bin ich Schritt für Schritt nach Rachels kurzer Anleitung vorgegangen. Also erst einmal die Motive zuschneiden. In meinem Fall heißt das, den Hintergrund für die Illustration aus dem Geschenkpapier zuschneiden. Ich möchte nur die Front des Holzordners bedecken. Alles andere soll so bleiben wie es ist. Die Grifflöcher gefallen mir nicht - fragt mich nicht warum -, also habe ich mich dazu entschieden, sie zu überdecken.



Nach dem Zuschneiden, müsst ihr erst einmal die Decoupage ordentlich schütteln und anschließend wird sie mit einem Borstenpinsel auf der zu beklebenden Oberfläche verteilt. Passt auf dass ihr sie nicht zu dick auftragt.



Nach dem Auftragen der Decoupage könnt ihr das Motiv auflegen. Durch die Feuchtigkeit der Decoupage fängt das Papier an sich zu dehnen und zu wellen. Ich muss ehrlich sagen, ich habe es bei keinem der Ordner geschafft das Geschenkpapier faltenfrei zu übertragen. Da muss es einen Trick geben. Egal wie vorsichtig ich vorgegangen bin, es hat sich immer gewellt und in Falten gelegt.



Einmal sogar so sehr, dass ich es wieder abziehen musste - also, gebt nicht auf, wenn es nicht direkt klappt. Die Decoupage trocknet sehr schnell und man kann direkt weiter machen.
Vielleicht sollte man es zuerst in der Mitte auflegen und dann nach außen streichen? Wäre einen Versuch wert.
Im Nachhinein glättet sich das Motiv beim Trocknen aber auch noch etwas.



So, der Ordner ist also erst einmal mit dem Geschenkpapier bestückt, also geht es an die angekündigte Fummelarbeit. Mit Skalpell und Pinzette habe ich versucht ganz vorsichtig die Schichten des Kartons abzutragen. Gar nicht so einfach. Mein erstes Motiv ist - weil es noch nicht gut genug eingeweicht war - deshalb eingerissen. Wie schön, dass man das später nach der Decoupage kaum noch sieht.

In meinem Fall habe ich eventuell auch zu viele Schichten abgetragen, da man den Streifenhintergrund nun leicht durchsieht. Bei einem anderen Motiv - der älteren Vanille-Dame "Erica Melicena" - habe ich hingegen zu wenig Schichten abgetragen. Das Motiv ragt nun leicht hervor. Auch nicht so toll.


Ist die Illustration erst einmal von den überflüssigen Papierschichten befreit, kann man auch sie mit der Decoupage einpinseln und auf die gewünschte Stelle kleben.
Zum Schluss streicht man die komplette Oberfläche noch einmal mit Decoupage (als Versiegelung) ein und lässt alles gut trocknen.


Et voilà - fertig! Sind sie nicht schick, meine Melicenas?




Ich habe matte Decoupage genommen. Schien mir passender zum matten Holz. Es gibt sie aber auch in hochglänzend - für besondere Anlässe ; )

Mein Fazit: Das Projekt war bis auf die Fummel-Arbeit super einfach und vor allem schnell umgesetzt. Und wir wissen ja alle, wenn es schnell geht und am Schluss schön aussieht, macht das Lust auf mehr! Dementsprechend suche ich nun schon nach meinem nächsten Decoupage-Projekt. Habt ihr zufällig Ideen für ein Projekt oder eventuell schon mal was mit Decoupage gemacht? Ich würde mich über euren Kommentar mit Link zum Projekt freuen!

Es grüßt,
die Mimi

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ABOUT THE AUTHOR

Wer ist Mimi, wenn sie nicht gerade Mimi ist? Ohne die Anonymität zu brechen, so viel sei gesagt, Mimi kommt ursprünglich aus der Werbebranche und beschäftigt sich nun schon seit vierzehn Jahren mit Gestaltung. Dabei kommt ihr meist Miss Perfect in die Quere, die gerne alles auf Anhieb optimal haben will, was - wenn wir mal realisitisch sind - selten der Fall ist. Fräulein Mimi gestaltet daher selbst nicht gerne, denn meist dauert es Ewigkeiten, bis Miss Perfect zufrieden gestellt ist. Dann startete Mimi diesen Blog, um einerseits zu lernen Miss Perfect unter Kontrolle zu halten und andererseits wieder Spaß am Gestalten zu bekommen. Die Schlacht geht weiter...

1 Kommentare:

  1. Auf das Eis könnte ich wahrscheinlich verzichten... aber wegen der Verpackung hätte ich es mir wahrscheinlich auf gekauft. Ich schleppe auch immer irgendwelche Dosen und Schachteln an - nur weil mir die Verpackung gefällt :) Die Illus finde ich superklasse ……… Lieben Gruß, Yna

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