Buchempfehlung | Creative Workshop, by David Sherwin


Mal ehrlich, Gestaltung ist kein Zuckerschlecken. Natürlich gibt es, wie in jeder Branche, die Leute denen es einfach zufliegt. Die aus dem Bauch heraus gestalten und Sehenswertes erstellen. Vielen von uns fällt es aber verdammt schwer auf Knopfdruck kreativ zu sein oder es fehlt einfach an der Routine oder dem Auge fürs Detail. Meiner Erfahrung nach, um nicht gänzlich einzurosten, sollte man das Gestalten regelmäßig trainieren.


Bei meiner Recherche zum Thema Farbgestaltung bin ich demletzt über ein sehr interessantes Buch des amerikanischen Designers David Sherwin aus Seattle gestolpert. Gesehen, bestellt!

Im Buch gibt es sieben grobe Themengebiete: Foundation, Execution, Materiality, Instruction, Observation, Innovation und Interpretation. Jedes dieser Gebiete ist in viele mehr oder weniger lange Workshops unterteilt. Nicht umsonst ist der Untertitel "80 challenges to sharpen your design skills".
Challenge accepted!

Kapitel 1.2 heißt "Easy as ABC"

"Och, das klingt machbar", dachte sich Fräulein Mimi. 

Und obwohl ich eigentlich einiges anderes zu tun hätte, musste ich damit direkt loslegen - Professor M. wird sich nachher freuen... (Wenn du das liest - I'm sooooorry!).
Da steht was von maximal 120 Minuten - "das krieg ich schneller hin!"... Achso, nebenbei gesagt, damit man sich nicht verzettelt - und das tun wir Gestalter ja gerne, denn wir korrigieren so lange an einem Projekt rum, bis wir irgendwann den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr sehen und das Ergebnis am Ende alles andere als zufriedenstellend aussieht (hätte man nur zwischendurch aufhören können...) -
also, damit man sich nicht verzettelt, gibt es zu jedem Projekt eine vorgegebene Zeit, in der man das Ergebnis fertig gestellt haben muss. Im ersten Kapitel muss man beispielsweise ein eigenes Logo in 30 Minuten gestalten. Wenn ihr euch schon einmal damit beschäftigt habt, für euch selbst eine Marke zu gestalten, wisst ihr, dass das Wochen und Monate dauern kann. Es muss ja schließlich perfekt sein.
Nein, sagt David Sherwin. Es muss erst mal gemacht werden. Meist zerdenkt und verwirft man Ideen ohne sie in die Tat umgesetzt zu haben. Da muss ich ihm leider zustimmen. Danke, Miss Perfect...

Aber zurück zum heutigen Projekt. Das Thema ist wie gesagt "Easy as ABC". Ziel ist es ein Alphabet zu gestalten, ohne Buchstaben zu fotografieren, die man z. B. auf Verpackungen oder Schildern findet oder das Alphabet per Stift und Papier oder Illustrator zu konstruieren. Zu benutzen sind alle Gegenstände, die einem im Alltag in die Hände fallen.

Gar nicht so einfach, denn in unserer Wohnung liegt zwar viel Kram rum, aber in der kurzen Zeit den so zu stapeln, hin zu drapieren, dass er einigermaßen lesbar aussieht, ist gar nicht so einfach.
Herausgekommen ist in ca. 100 Minuten folgendes Alphabet.





Ja ich weiß, das ganze ist jetzt nicht wirklich ein DIY-Projekt, das man sich irgendwo hinstellen kann. Es entspricht auch nicht dem aktuellen Zeitgeist und ästhetischen Empfinden vieler (keine Pastell-Töne, keine Schiefertafel, keine Diamanten oder Polyeder...), aber trotzdem finde ich hat es was - Seltsames. Und Seltsam ist anders und Anders ist gut, gell.
Darüber hinaus, hat das Projekt tierisch Spaß gemacht und mein Hirn ganz schön gefordert.

"Wo finde ich schnell noch Gegenstände, die ich missbrauchen könnte? Oh, nein, oh, nein, die Zeit läuft weg!"

Ich kam mir ein wenig wie das weiße Kaninchen im DIY-Rausch vor. Sollte man das Projekt über einen längeren Zeitraum draußen verfolgen - vielleicht sogar Jahreszeiten übergreifend - so glaube ich, käme da sicherlich ein schönes Alphabet raus, dass sich auch gut als Collage an einer Wand machen würde. Was meint ihr?

Demnächst gibt es sicherlich noch mehr aus dem Buch von David Sherwin. Beim Durchblättern ist meine Nase zumindest schon an einigen Seiten kleben geblieben.

Es grüßt,
die Mimi

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ABOUT THE AUTHOR

Wer ist Mimi, wenn sie nicht gerade Mimi ist? Ohne die Anonymität zu brechen, so viel sei gesagt, Mimi kommt ursprünglich aus der Werbebranche und beschäftigt sich nun schon seit vierzehn Jahren mit Gestaltung. Dabei kommt ihr meist Miss Perfect in die Quere, die gerne alles auf Anhieb optimal haben will, was - wenn wir mal realisitisch sind - selten der Fall ist. Fräulein Mimi gestaltet daher selbst nicht gerne, denn meist dauert es Ewigkeiten, bis Miss Perfect zufrieden gestellt ist. Dann startete Mimi diesen Blog, um einerseits zu lernen Miss Perfect unter Kontrolle zu halten und andererseits wieder Spaß am Gestalten zu bekommen. Die Schlacht geht weiter...

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