Dr. Perfect denkt mal wieder zuviel oder Mimi on the quest for the right job

Lange ist es her. Fast fünf Monate seit meinem letzten Bericht. In der Zwischenzeit habe ich mir eine gestalterische Pause gegönnt. Kein Basteln mehr. Kein Dekorieren. Alles viel zu anstrengend. Zuviel Druck. Selbst der Tannenbaum wurde erst am 24. Dezember geschmückt. Die Leidenschaft fehlt irgendwie.

Eigentlich gestalte ich gerne, probiere Neues aus, neue Materialien, durchsuche blogs und Artikel nach neuer Inspiration. Aber zur Zeit ist mir das alles zuviel. Hier liegen x Projekte herum, warten darauf abgeschlossen zu werden, aber Fräulein Mimi kann sich nicht dazu aufraffen etwas davon fertig zu machen. Kennt ihr das?



Über meinem Schreibtisch hängt noch immer meine Vorlage für die Kartoffelstempel (siehe Notizbuchumschlag-Projekt hier). Slow down, heißt es da. Momentan habe ich das Gefühl, dass ich unfreiwillig freiwillig langsamer mache. Ich hänge in einem Loch fest und versuche herauszufinden, was ich mit meinem Leben anfangen könnte.
Lehrerin sein kann ganz schön sein. Es kann aber auch ganz schön unbefriedigend und undankbar sein, vor allem wenn man sich als Junglehrer noch sehr enthusiastisch in die Arbeit stürzt und versucht das Rad neu zu erfinden. Wenn es einem dann halbwegs gelingt, interessiert das trotzdem keinen. Gut, das kann auch in anderen Berufen so sein, nur momentan fühle ich mich da wo ich bin wie ein Hamster in einem Laufrad. Es läuft einfach weiter und ich muss schauen dass ich hinterher komme und mein Bestes gebe. Die Frage ist, bin ich in dem Laufrad richtig oder sollte ich nicht lieber was anderes tun? Wo liegt meine Begabung?
All meine Energie geht momentan für die Klärung dieser Frage drauf und wenn ich mal etwas "Gestalterisches" tue, dann mehr per Zufall oder weil es meine Unterrichtsplanung erfordert.
































Seit Anfang des Halbjahres unterrichte ich nun Kreativitätstechniken. Ein wirklich spannendes Fach. Hat aber wenig mit dem zu tun was im Allgemeinen als "kreativ" bezeichnet wird - also mit künstlerischem Schaffen. Kreativitätstechniken sind eigentlich Problemlöse-Techniken. Wer sich damit einmal beschäftigen will, dem empfehle ich das Buch Handbuch Kreativität von Bernd Weidenmann. Er erkärt die Grundlagen von Kreativität und Kreativitätsmethoden sehr anschaulich und humorvoll an vielen Beispielen. Zu meiner Freude hat er auch gleich das Layout für einen Kreativitätsworkshop dazu gepackt - da freut sich die Lehrerin ;)

Einen solch übersichtlichen Leitfaden würde ich mir momentan auch für meinen beruflichen Werdegang wünschen.
Woher wusstet ihr was ihr in eurem Leben machen wollt? Hat es bei euch irgendwann "bling" gemacht oder wie wusstet ihr dass es das ist was ihr gerne machen wollt? Ich bin ein wenig ratlos.

Mimi





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ABOUT THE AUTHOR

Wer ist Mimi, wenn sie nicht gerade Mimi ist? Ohne die Anonymität zu brechen, so viel sei gesagt, Mimi kommt ursprünglich aus der Werbebranche und beschäftigt sich nun schon seit vierzehn Jahren mit Gestaltung. Dabei kommt ihr meist Miss Perfect in die Quere, die gerne alles auf Anhieb optimal haben will, was - wenn wir mal realisitisch sind - selten der Fall ist. Fräulein Mimi gestaltet daher selbst nicht gerne, denn meist dauert es Ewigkeiten, bis Miss Perfect zufrieden gestellt ist. Dann startete Mimi diesen Blog, um einerseits zu lernen Miss Perfect unter Kontrolle zu halten und andererseits wieder Spaß am Gestalten zu bekommen. Die Schlacht geht weiter...

1 Kommentare:

  1. Liebe Mimi,
    so von Fräulein zu Fräulein möchte ich dir sagen, dass mir ganz schön vertraut vorkommt, was du da schreibst. Mir geht es momentan vielerlei Hinsicht sehr ähnlich. So hat mir meine Proberunde im Laufrad Schulalltag in den vergangenen Wochen zwar gezeigt, dass die Sache mit dem Lehramt für mich wohl tatsächlich nur eine Option meines Studiengangs bleiben soll, denn das Gefühl, dass es noch anderes gibt, was ich besser und lieber tun würde, und dass der Weg, auf dem ich mich derzeit befinde, weder kurz- noch langfristiges Glücklichwerden verspricht, will einfach nicht vergehen.
    Gleichzeitig stellt sich jedoch die Frage nach dem Stattdessen. Die Antwort darauf? Wenn ich die nur wüsste... Zu viele Interessen und Leidenschaften, das ist vielleicht das Problem. Und wahrscheinlich auch ein bisschen der Mangel an Mut und Energie, für die eine wahre - gewissermaßen das ewige Dauer-"Bling" - wirklich einzustehen. Na ja.
    Ich wünsche dir einen schönen Dienstag und dass du aus deinem Loch herausfindest - und wenn es nur Stufe für Stufe ist.
    Alles Liebe, Naomi

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