Bloggen | Einen Monat mehr spielen und weniger denken


Na? Seid ihr auch schon im gemütlichen Teil des Sonntagabends angekommen? Es war zwar ein grauer, verregneter Septembertag, aber trotzdem ein toller Tag mit einem schönen Ausflug und ganz viel Farbe : )

Eben, beim Basteln, ist mir aufgefallen, dass ich nun schon seit über einem Monat Fräulein Mimi aus der Kiste raus lasse (siehe oben im header ), ein DIY-Projekt nach dem anderen anfertige und meine Ergebnisse hier im Blog mitteile. Da hab ich mir gedacht, ich ziehe mal kurz Bilanz. Habe ich das erreicht, was ich erreichen wollte? Ist es sinnvoll?




Mein Ziel ist es ja - wie ihr in ► Gestatten, Fräulein Mimi lesen könnt - meine Work-Life-Balance, wie es so schön heißt, wieder ins Lot zu bekommen. Durch meinen Job und mein erstes Jahr mit voller Stelle, gepflastert mit vielen Baustellen, die mich Tag und Nacht gefordert haben, hat es fast kein Privatleben und vor allem keine Entspannung mehr gegeben. Das was ich vorher gerne getan habe - das Unterrichten - wurde zur Last und teilweise zur Qual. Ich war schlichtweg überfordert und zwar an allen Enden.
Das soll sich nun ändern. Ich möchte nicht mehr total müde nach Hause kommen und dann noch bis in die Nacht arbeiten. Ich möchte nicht mehr meine Wochenenden und freien Tage arbeitend verbringen. Ich möchte ein Privatleben mit Erholungsmöglichkeiten und ich möchte Ausflüge machen, Neues erleben und sehen. Ich möchte einfach nicht mehr zulassen, dass mein Job mein Leben bestimmt. Wie war das? Man lebt nur einmal, dann wäre ich ja schön blöd, wenn ich es nicht mit dem ausfüllen würde, was mir gut tut und Spaß macht.

Dieses Schuljahr sind die Bedingungen in der Schule glücklicherweise auch andere als vor einem Jahr. Ich habe nun auch Fächer, die ich schon einmal unterrichtet habe und nicht nur Inhalte, von denen ich bis dato noch keinen blassen Schimmer hatte. Das macht es natürlich einfacher, weil ich nicht mehr so viel Zeit zum Vorbereiten brauche. Es ist allerdings noch genug zu tun, man will sich schließlich verbessern und nicht nur mit dem Minimum zufrieden geben. Wenn letzteres der Fall wäre, wäre ich mit Sicherheit nicht Lehrerin geworden.

Um dem Teufelskreis dieses Jahr zu entgehen, habe ich zwei Maßnahmen ergriffen. Einerseits habe ich alle meine Arbeitsunterlagen in mein Büro in der Schule verlagert, das ich mir nun glücklicherweise mit einer Kollegin teilen darf. Dadurch komme ich gar nicht mehr nach Feierabend in Versuchung etwas vorzubereiten - es sei denn ich nehme mir etwas mit, was natürlich auch noch vorkommt. Es liegt also nicht mehr ein schier unüberwindbarer Berg an Arbeit zuhause auf meinem Schreibtisch.
Das macht natürlich andererseits Platz zum Basteln, was schon immer eine meiner Lieblingsbeschäftigungen gewesen ist. Manchmal bin ich zwar genervt, wenn es nicht direkt klappt und ziemlich unleidlich, aber meistens bin ich in meiner eigenen Welt - naja, in Fräulein Mimis Welt - unterwegs und kann super vom Arbeitsalltag abschalten.
Es besteht allerdings keine Verpflichtung etwas zu tun, wenn ich es nur für mich mache. Dadurch kommt es auch vor - und ich bin da mal ganz ehrlich - dass ich wenn ich nach der Arbeit nachhause komme und müde bin, weil der Tag anstrengend war, gar nichts mehr mache und vor mich hin vegetiere bis Schlafenszeit ist. Bin ich erst mal im Gammelmodus ist es ganz schwer sich wieder zu motivieren. Ich merke aber, dass ich den Ausgleich brauche. Das er mir gut tut! Wenn ich mal meinen Kopf so weit es geht abschalten kann und mit den Händen produktiv bin, bringt das mein Inneres ins Gleichgewicht. Jeder durfte am Tag was tun: Dr. Perfect in der Schule und Fräulein Mimi zuhause. Ich kann zufriedener ein- und - was noch wichtiger ist - ohne Alpträume durchschlafen.

Als ich dann vor einem Monat mit dem Bloggen angefangen habe, ist mir direkt aufgefallen, dass es mir gut tut hier über meine DIY-Ergebnisse zu schreiben. Es motiviert mich vor allem aber weiterzumachen. Mich nicht hängen zu lassen, sondern meine Kreativität zu trainieren, indem ich meinem inneren Kind die Kontrolle übergebe. Play more, think less.

Ganz realistisch betrachtet ist Bloggen, wenn man es ernsthaft betreibt, eine ziemlich anstregende und zeitraubende Tätigkeit. Das fällt gar nicht wirklich auf, wenn man sich hoch frequentierte Blogs ansieht. Alles liest sich locker, flockig, verspielt und gut gelaunt. Für mich unfassbar, wie man nach einem Vollzeit-Job noch die Zeit und Muse hat auf so sympatische Art interessante Artikel mit immer wieder neuen Themen zu verfassen.
Ich bin ganz ehrlich mit euch: mich setzt das ordentlich unter Druck. Denn mir ist beim Bloggen auch aufgefallen, dass man eine Art Abhängigkeit nach Bestätigung durch andere entwickelt, wenn die Besucherzahlen steigen oder gar ein Kommentar unter einem Post hinterlassen wurde, der wohlwollend klingt. Als ich mit dem Bloggen angefangen habe, ging es mir nicht darum überhaupt jemanden damit zu erreichen. Ja, natürlich hätte es mich gefreut, aber zu dem Zeitpunkt wollte ich es nur als DIY-Tagebuch benutzen. Ich hätte auch nicht gedacht, dass das mit den Besucherzahlen so schnell losgeht, obwohl ich mich in keinem Blogverzeichnis eingetragen hatte. Erstaunlich. Aber davon will man natürlich mehr, ist doch klar!

So sehr ich das Bloggen mag, so sehr missfällt mir dass es sich momentan in meiner Freizeit nur noch darum dreht was ich als nächstes poste. Welches DIY-Projekt als nächstes gemacht wird. Dass ich auch ja nicht vergessen darf ein Foto zu machen während ich bastele, damit ich den Herstellungsprozess im Text visualisieren kann. Wie will man da noch das Basteln genießen und abschalten? Es artet ja fast schon in Arbeit aus und das soll es ja gerade nicht!

Mein Fazit nach einem Monat bloggen ist also folgendes:
Ja, ich mag das Bloggen und ich werde auch weiterhin bloggen, denn es bringt mich nach einem langen und anstrengenden Arbeitstag auf andere Gedanken. Es macht mein Leben bunter und vielfältiger. Es lässt mich neue Materialien ausprobieren. Ich lerne Neues kennen und finde interessante Blogs anderer Menschen, die mich inspirieren weiterzumachen.
Aber ich denke, wo ich letztes Jahr zu viel in die Arbeit investiert habe, investiere ich gerade zu viel in meine DIY-Projekte nach der Arbeit. Es muss auch noch Zeit und Gehirnkapazität für andere Gedanken da sein. Meine Work-Life-Balance ist also noch nicht ganz da, wo sie sein soll. Das Bloggen ist aber ein Schritt in die richtige Richtung.
Ich freue mich darauf zu sehen, wie sich der Blog weiter entwickelt und ich freue mich darauf mich mit anderen Menschen auszutauschen, die ähnlich gepolt sind wie ich : )

Guts Nächtle ihr Kreativen!





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ABOUT THE AUTHOR

Wer ist Mimi, wenn sie nicht gerade Mimi ist? Ohne die Anonymität zu brechen, so viel sei gesagt, Mimi kommt ursprünglich aus der Werbebranche und beschäftigt sich nun schon seit vierzehn Jahren mit Gestaltung. Dabei kommt ihr meist Miss Perfect in die Quere, die gerne alles auf Anhieb optimal haben will, was - wenn wir mal realisitisch sind - selten der Fall ist. Fräulein Mimi gestaltet daher selbst nicht gerne, denn meist dauert es Ewigkeiten, bis Miss Perfect zufrieden gestellt ist. Dann startete Mimi diesen Blog, um einerseits zu lernen Miss Perfect unter Kontrolle zu halten und andererseits wieder Spaß am Gestalten zu bekommen. Die Schlacht geht weiter...

3 Kommentare:

  1. Hallo Mimi, ich hoffe, was ich jetzt schreibe kann dich ein bisschen beruhigen. Mir ist aufgefallen, dass du sehr viel postest (mich stört das nicht, ich lese alle Posts gerne). Ich glaube, es nimmt dir keiner übel, wenn du nur noch alle 2 Tage oder so was postest. Das Bloggen soll ja nicht zum Zwang werden ;)
    Liebe Grüße, entspann dich mal :)

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  2. Hallo Mimi,
    ja, das ist mir genau so ergangen. Habe einen blog angefangen, um ein paar Erinnerungen zu schaffen, da das mit dem richtigen Tagebuch schreiben nie geklappt hat. Einfach Fotos hinzufügen ergibt interessante Berichte. Für mich, meine Familie, Freunde, die ich zu selten sehe und spreche. Und jetzt? Bin auch ich versucht, ständig nachzuschauen, ob mir wohl jemand geschrieben hat. Ich warte drauf, freue mich drüber.
    Aber wenn es mal nicht geht, schreib ich auch mal ein oder zwei Wochen gar nichts. Denn wie Du treffend bemerkt hast, der blog macht Spaß, ist aber definitiv ein Zeitfresser.
    Ich drück Dir die Daumen, dass Du Deine Aktivitäten und Interessen bald gut unter einen Hut bekommen wirst!
    Viel Spaß weiterhin - wenn auch nicht mehr so oft :-)
    liebe Grüße, Petra

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  3. Liebe Mimi,
    Es freut mich, dass du eine Bloglovin’-Leserin meines Blogs bist! Ich bin gerade erst mit meinem Blog von WordPress zu Blogger gezogen. Leider hat Bloglovin seitdem Probleme meine Posts zu aktualisieren.. Warum auch immer… Jedenfalls würde ich mich freuen, wenn du mir neu über Bloglovin folgen würdest. Schau auf meinem Blog vorbei, dort findest du den “neuen” Link! Ich freu mich über deinen Besuch! Liebe Grüße
    Selistina

    P.S. Mir geht es momentan ähnlich. Ich denke fast den ganzen Tag nur über meinen Blog nach, obwohl ich soviel wichtigeres zu habe. Manchmal wird es wirklich einfach zu viel.

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